|
|
 |
 |
 |
| zurück |
Der Traum der wunderschönen Wirklichkeit Teil 1
von Wunschfee (14)
publiziert am 14. Oktober 2007

Eulen-Bewertung:

         
|
 |
| Die ersten Tropfen fielen vom dicht bewölkten Himmel. Ina lief schneller. Ihre langen braunen Haare flatterten im kühlen Wind. Ein Blitz zuckte über den Himmel und gleich danach donnerte es. Der Regen fiel nun immer stärker und Ina sah fast nichts mehr durch ihre Brille. Gleich hatte sie es geschafft, sie musste nur noch an ein paar Häuser vorbei bis sie an der Altbau-Wohnung ankommen würde. Sie schniefte als sie die schwere Holztüre aufschloss, hoffentlich hatte sie sich nicht erkältet. Eilig stieg sie die Treppe bis in den dritten Stock hoch und öffnete die Tür. Der Duft von ihren Sandelholzräucherstäbchen schlug ihr entgegen. Sie liebte diesen Duft und kaum war ein Räucherstäbchen abgebrannt, zündete sie wieder ein neues an. Offenbar hatte sie heute Morgen doch etwas übertrieben, wenn ihr der vertraute Duft schon an der Wohnungstür in die Nase stieg. Sie schlüpfte aus ihren Ballerinas und balancierte auf Zehenspitzen in ihr Zimmer, damit ihre Socken nicht von der durchnässten Jeans feucht wurden. Ina hasste feuchte Socken, ebenso feuchte Hand- und Geschirrtücher. Sie stieg in ihre bequeme Pyjamahose und putzte sich die Brille. Ina war froh, dass das Schrille Klingeln der Schulglocke sie endlich erlöst hatte. Sie mochte ihre Schule nicht. Ihre Mitschüler waren grob und gemein, dazu noch unsäglich dumm. Ein ziemlich nervtötende Mischung. Ina hatte noch nie Freunde gehabt. Sie vertsand sich nicht mit anderen in ihrem Alter. Die Mädchen stechen sich alle Piercings und quetschen sich in viel zu enge Hosen, um sich speziell und gar einzigartig zu machen. Dabei merken sie gar nicht, dass sie doch alle gleich aussehen. Die Jungs geben sich extreme Mühe , um "cool" zu sein. Was bitteschön ist an viel zu grossen Hosen, schlechten Noten und riesigen T-shirts cool? Wahrscheinlich könnte keiner dieser Hohlköpfe diese Frage beantworten. Ina seufzte und ging zu ihrem Bücherregal. Sie liebte es , sich vor der grausamen Realität hinter ein paar Buchseiten zu verstecken und für ein paar Stunden in einer anderen Welt zu verschwinden. Leider nicht für immer, nach einigen Stunden wacht man, wie aus einem wunderschönen Traum, auf und befindet sich wieder in der Wirklichkeit. Die Wirklichkeit besteht nicht aus aufregenden Abenteuern oder romantischen Liebesgeschichten, auf jeden Fall nicht für Ina, sondern aus leeren Wünschen, Stress und Einsamkeit. Ina nahm sich ein besonders dickes Buch aus dem Regal und steckte ihre hübsche Nase hinein, um wenigstens für ein paar Stunden die Wirklichkeit vergessen zu können. |
 |
|
Die Bewertungsfunktion steht nur mit aktivierten cookies zur Verfügung
|
 |
Geschichte ausdrucken
zurück
|
 |
 |
|
 |
 |
|