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Meine Akhuna
von Rhiannon (13)
publiziert am 25. Juli 2004

Eulen-Bewertung:

Ich hatte eine Katze.Eine wunderschöne Katze.Sie hatte weisse Pfoten, einen blitzblanken Kopf und einen tiefschwarzen Rücken und einen orangefarbenen Schwanz.Doch sie war alt, sehr alt.Ihr Schritt war schleppend, doch bewegte sie sich wie eine Königin der Nacht.Ich liebte sie wie ein eigenes Kind, ich hatte sie mit 6 Jahren bekommen, jetzt war ich jedoch schon achtzehn Jahre alt."Akhuna", sagte ich oft zu meiner Katze, "Akhuna, ich mag dich so sehr, ich will dich mitnehmen, in mein neues Leben, du weisst, dass ich bald ausziehen werde, aus diesem Haus, in dem wir schon so vieles erlebt hatten."Nach diesen Worten schnurrte sie wie ein Mofa und rieb zärtlich ihren Kopf an meine Hand.Oh ja...Mit 7 war ich einst in einen Gartenteich gefallen, und ich war klein, kleiner als alle anderen Kinder!Ich strampelte und schluckte Wasser, doch schon als ich nur das Wasser berührt hatte, war meine noch junge Katze losgesaust und holte Hilfe.Ich wurde gerettet.Oder eines Tages, als ich 9 war, liessen mich meine Eltern alleine zuhause.Ich ging ins Bett und schlief sofort ein, nachdem ich Akhuna kurz gestreichelt hatte.Ich wusste nicht, dass ein Fenster offen war...Schon bald war jemand am Fenster und versuchte hineinzukommen. Doch da ging plötzlich das Licht an!Erschreckt zog er sich zurück und ein Windstoss liess das Fenster glückerlicherweise zukrachen.Und das Licht brannte die ganze Nacht lang, und das Dank Akhuna.Wie, das wissen wir bis heute noch nicht.Und dann kam die Pubertät.Ich vergoss Tränen wegen männlichen Wesen, ärgerte mich über die typischen weiblichen Problemen, und vergoss noch mehr Tränen wegen einem.All die Tränen saugten ihr Fell auf, ihr beruhigendes Schnurren half mir.Bis heute.Ich weiss nicht, wie ich ihr danken soll, für all diese wunderbaren Momente, ich weiss aber, dass sie mit mir in mein neues Leben kommen sollte.Doch wie alt sie doch war...Eines Tages wachte ich auf, ich wusste das etwas Verheerendes passieren würde.Ich drehte mich um.Und wusste das alles gut war.Akhuna, meine Akhuna lag neben mir, die Augen geschlossen.Ich streichelte sie, wie jeden Morgen.Müde öffnete sie ihre gelben Augen.Und maunzte.Ich erstarrte.Mir war, als hätte sie gesagt:"Ach, Leanne!"Ich dachte nicht weiter darüber nach.Später, ich war wieder mal alleine, da kam sie zu mir und sah mich ernst an.Ich blinzelte zuerst überrascht. Ich konnte noch nie ihre Miene anhand ihrer Augen erkennen.Meist war es ihr Schwanz oder ihre Haltung, doch die Augen selbst...Natürlich, sie konnte sie schräg stellen, oder aufreissen, doch ernst blicken, das war nicht einfach zu erkennen.Sie öffnete ihr Maul."Leanne."Ich zuckte zusammen und liess mein Sandwich auf das Sofa fallen."Leanne, hör mir zu, hör mir einfach zu und erschrick nicht."Ich schüttelte den Kopf,als könnte ich so diese Stimme vertreiben."Leanne!"Ich rannte in mein Zimmer, schlug die Tür zu.Ich hatte mir das eingebildet, Katzen können nicht reden!"Leanne", miaute es vor meiner Tür, "hör zu, ich weiss, dass du es nicht glaubst, doch ES IST SO!"Nach einer halben Stunde öffnete ich die Tür."Akhuna", sagte ich."Leanne, ich mag dich auch."Ich hob sie auf meinen Arm."Wieso, wieso sprichst du erst jetzt mit mir?"Sie seufzte, wie ein Mensch."Du weisst, ich bin alt. ICh weiss es und du weisst es", schnurrte sie leise.Ich hielt tapfer die Tränen zurück.Sie schaute mich aus traurigen Augen an."Hör mal, ich werde bald nicht mehr sein, hörst du?"Eine Träne sickerte meine Backe hinunter, wieder einmal in ihr Fell."Du kannst nichts machen, verstehst du, die Natur ist fertig mit mir."Ich zuckte."Leanne..."Ich rannte los, ich zwängte mich in meine Turnschuhe und lief, so schnell ich konnte, mit meiner Katze auf dem Arm.Ich rannte, bis zu dem Tierarzt, ich rannte einfach."Akhuna ich brauche dich", schluchzte ich immer wieder.Und Akhuna schrie, sie wollte mir etwas klar machen, was ich nicht verstand.Beim Arzt ging ich in ein freies Zimmer, die Personen dort drin drehten sich überrascht um, es waren ein Doktor und zwei Assistentinnen dort."Was ist los?", fragte Dr. Grint überrascht."Sie... sie..." Ich musste weinen."Leanne, bitte, versteh doch...", weinte Akhuna und es sickerten tatsächlich Tränen aus ihren Augen.Ich legte sie augenblicklich auf den Tisch, der Doktor und die zwei Frauen benutzten etliche Apparate, bis man wusste..."Leanne, deine Katze ist müde, sie wird bald...", der Doktor verstummte."Sie wird schön gehen, ohne jeglichen Schmerz, wir können rein gar nichts machen."Ich flennte los. Die Drei gingen hinaus."Leanne", maunzte Akhuna, "Ich werde mit Schmerz sterben, der Schmerz in meinem HErzen, dich alleine zu lassen, der ist betäubend. Lache für mich!"Ich hustete beim Versuch."Leanne, lass mich los!"Ich befreite sie aus einer stürmischen Umarmung."Nein, lass mich los, lass mich für immer los!"Es brauchte einige Minuten, bis ich verstand."Ich kann nicht", sagte ich heiser.AKhuna schnurrte leise."Lass mich los, ich werde nie glücklich sein, wenn du es auch nicht bist."Und sie schloss die Augen...Sie erhielt einen Ehrenplatz in unserem Garten, wir pflanzten schützend einen Buchskreis um sie herum.Diese Pflanzen wuchsen das ganze Jahr über, prächtiger als jede andere Pflanzen auf der ganzen Welt. Wir, meine Familie, wagten es nicht, diese Pflanzen auch nur zu stutzten. Zum Glück auch.Der Buchs formte sich zu einer stolzen Katze, die sitzt und auf alle aufpasst.Ich entfernte regelmässig das Unkraut, obwohl ich nicht mehr dort wohnte.Ich wohnte mit meinem Freund (der überaus perfekt für mich wahr) in einem wunderschönen Haus, unser Mädchen erhielt eine Katze, die sie seltsamerweise ebenfalls Akhuna nannte, obwohl ich ihr nichts gesagt hatte.Diese Akhuna lebte sage und schreibe 29 Jahre lang, das war ein Rekord!Und ich?Ich lachte, ich lachte, und lachte, nur für eine Seele...
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